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Baustoffe knapp und teuer durch Produktionsstopp im Ausland: Kammerpräsident fordert regionale Produktion

Die deutsche Baubranche leidet aktuell unter dem akuten Mangel an Baumaterial. Konkret geht es um Kunststoffrohre, Bauholz und Dämmmaterial, die seit Monaten nur noch begrenzt lieferbar sind. Es kommt vermehrt zu Lieferengpässen, die die Preise für die Materialien dramatisch steigen lassen. Bauholz sei nach Angaben des Statistischen Bundesamtes innerhalb eines Jahres um etwa 20 Prozent teurer geworden. Auch Wärmedämmung verzeichnet einen Preisanstieg um bis zu 30 Prozent. Grund für die Verknappung ist unter anderem der Produktionsstopp im Ausland schon zu Beginn der Coronapandemie.

Die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz blickt mit Sorge auf die aktuelle Situation auf den Beschaffungsmärkten. Die Versorgung der Baustellen – auch der öffentlichen - wird allmählich knapp. So verzögern sich zum Beispiel die Arbeiten an der Rheingoldhalle in Mainz weiter - unter anderem weil Holz und Dämmmaterialien fehlen. Wenn sich die Situation weiter verschärft, könnten Baustopps und Kurzarbeit die Folge sein. „Wir können gegen diese besorgniserregende Entwicklung steuern, indem wir unsere Baustoffe regional produzieren“, schlägt Kammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz vor. „Es sind genügend mineralischer Baustoffe in Deutschland verfügbar, wir müssen uns in diesem Bereich vom internationalen Markt unabhängig machen“, fordert er.

Aus Sicht der Bundesingenieurkammer müsse es darüber hinaus langfristig darum gehen, Recycling von Baumaterial stärker zu fördern. Darüber hinaus appellierte die Bundesingenieurkammer an die Bauherren, Planerinnen und Planern ausreichend Zeit für ihre Arbeit zuzugestehen und diese auch entsprechend zu honorieren. Denn nur so können sie die bestmöglichen Lösungen anbieten. Dazu gehöre auch, baustoffsparender zu planen und zu bauen und so den Einsatz von Baustoffen zu reduzieren. Dies wäre auch ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz und für mehr Nachhaltigkeit.