Vor Beginn der Abrissarbeiten: Mitgliederdialog an der Schiersteiner Brücke

Der Abriss des Herzstücks der Schiersteiner Brücke soll bis Ende 2018 dauern. Die neue Brücke soll bis 2021 fertiggestellt sein und rund 216 Millionen Euro kosten.

Dorothee Moßmann, Leiterin des Projekts Mainzer Ring vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM), führte die Teilnehmer über die Baustelle.

Ausgestattet mit Schutzhelmen und Warnwesten nahmen rund 20 Mitglieder an der Baustellenbesichtigung teil.

Im Jahr 2015 löste ein abgesackter Brückenpfeiler an der Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden ein Verkehrschaos aus. Am 17. Oktober 2018 begannen in den Abendstunden die Abrissarbeiten an dem Teil der Brücke, der die Probleme verursacht hat. Nur wenige Stunden zuvor lud die Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz ihre Mitglieder zur Besichtigung der großen Baustelle ein.

Rund 20 Mitglieder folgten der Einladung zum Mitgliederdialog am sogenannten „Herzstück“ der alten Schiersteiner Brücke. Dorothee Moßmann, Leiterin des Projekts Mainzer Ring vom Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM), empfing die Teilnehmer der Veranstaltung mit einem einleitenden Vortrag zum bautechnischen Großprojekt mit einer Bauzeit bis 2021 nach heutigem Stand. Gemeinsam mit ihrem Kollegen und Vertreter Steffen Molitor berichtete Moßmann über den Start der Planungsphase für den Abriss und Neubau der Rheinbrücke bereits im Jahr 2003. So hatte sich der bauliche Zustand der Brücke aufgrund einer enormen Zunahme der Verkehrsbelastung und den gestiegenen zulässigen Achstlasten derart verschlechtert, dass spätestens ab 2015 die Anforderungen an die Verkehrssicherheit nicht mehr als gegeben galten.

Anfang 2013 wurde das Projekt nach einer europaweiten Ausschreibung an die "Arbeitsgemeinschaft A 643 Neubau Rheinbrücke Schierstein", bestehend aus der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG, der Max Bögl Stahl- und Anlagenbau GmbH & Co. KG sowie der Plauen Stahl Technologie GmbH vergeben.

Nach erfolgter Fertigstellung und Verkehrsumlegung auf die neue unterstromige Brückenhälfte, begannen am Abend des 17. Oktobers die Abbrucharbeiten an einem der bekanntesten Verkehrs-Nadelöhre des Rhein-Main-Gebiets. Zwischen Mainz und Wiesbaden soll bis zum frühen Morgen des 22. Oktobers das sogenannte "Herzstück Ost" verschwinden, ein 109 Meter langes Brückenelement auf der Mainzer Seite. Genau dort war im Februar 2015 bei einem Bauunfall ein Pfeiler abgesackt. Damals musste die Brücke gesperrt werden, Autofahrer in der Region wurden wochenlang ausgebremst. Seitdem wurde die Brücke auf 80 rund zehn Meter hohen Stahlpfeilern gestützt.

Die Teilnehmer des Mitgliederdialogs gehörten wohl zu den letzten Menschen, die den viel diskutierten Brückenteil vor Beginn der Abrissarbeiten von unten begutachten durften. Unter den Mitgliedern herrschte reges Interesse am Bauprojekt. Sie nutzten die Gelegenheit und stellten den Bauverantwortlichen Moßmann und Molitor viele Fragen zur Planung und der Bauphase. „Wir freuen uns sehr über die heutige Gelegenheit, uns die Baustelle noch einmal aus solcher Nähe anschauen zu dürfen. Solche Großprojekte sind auch für uns Ingenieure etwas Besonderes, was das große Interesse an dieser Veranstaltung heute erklärt“, äußerte sich Dr.-Ing. Uwe Angnes, Vizepräsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz.

Geendet hat die Veranstaltung mit einem kleinen Imbiss sowie der Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Diskussion. Der Mitgliederdialog dient als Plattform, um den persönlichen Kontakt zwischen Mitgliedern und Präsidium sowie der Geschäftsstelle der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz herzustellen. Darüber hinaus ermöglicht er den Kammermitgliedern, sich gegenseitig kennen zu lernen und über berufspolitische oder fachliche Themen, Erfahrungen und Probleme auszutauschen.

Für den nächsten Mitgliederdialog im Jahr 2019 sind wir auf der Suche nach interessanten Projekten in Rheinland-Pfalz. Haben Sie selbst ein anschauliches Objekt, welches Sie im Rahmen dieser Veranstaltung vorstellen möchten? Dann kontaktieren Sie bitte Irina Schäfer per Telefon unter: 06131-95986-23 oder per E-Mail an:  schaefer(at)ing-rlp.de.