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Digital-Konferenz „Die Schwierigkeiten im Alltag: Anfragen - Angebote – Vertragsmanagement – Verbesserungsmöglichkeiten“

Nach der erfolgreichen Auftaktveranstaltung zu den Neuerungen der HOAI 2021 im Januar, konnte die Folgeveranstaltung am 18. März 2021 mit rund 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Erfolg der ersten Digital-Konferenz anknüpfen. Im Januar konnten die Beteiligten der Konferenz lediglich Prognosen über den Einfluss der Neuregelungen auf die zukünftigen Honorarvereinbarungen bei der öffentlichen Vergabe von Planungsaufträgen aufstellen. Im Rahmen der zweiten Konferenz rund zweieinhalb Monate später wurden bereits erste Erfahrungen aus der Praxis mit der HOAI-Novelle geteilt. Wie befürchtet wurde deutlich, dass vermehrt ein Trend zur Dumpingpreis– Vergabe zu beobachten ist. Der Kammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz warnte in seinem Grußwort vor dieser gefährlichen Entwicklung: „Wer unter dem Basishonorarsatz Planungsaufträge vergibt, baut schlussendlich teuer. Planung zu einem Billigpreis geht immer auf Kosten der Qualität“, warnte er die Auftraggeberinnen und Auftraggeber. Gleichzeitig appellierte er an die Planerinnen und Planer, Angebote fair und auskömmlich zu kalkulieren: „Sie ruinieren nicht nur Ihr eigenes Ansehen, sondern die Zukunft des gesamten Berufsstandes, wenn Sie unangemessen anbieten. Vor allem kleine Ingenieurbüros werden diesen Preiskampf langfristig nicht überleben“.

Dipl.-Ing. Ulrich Welter, Sachverständiger für Ingenieurhonorare, gab in seinem Impulsvortrag einen Überblick über die täglichen Schwierigkeiten aus der Praxis der Planungsbüros. Dabei machte er deutlich, dass Planerinnen und Planer oftmals damit hadern, ein ordentliches Angebot zu erstellen, da die ausgeschriebenen Leistungen unzureichend definiert sind. In diesem Zusammenhang regte er bei den Auftraggebern an, für eine konkrete Bedarfsplanung, ausgewogene Zuschlagskriterien und eine detaillierte Leistungsbeschreibung bei der Ausschreibung von Aufträgen zu sorgen.

Klaus Faßnacht, Referent für Vergabe und HOAI beim Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, erklärte auf der anderen Seite, dass Auftraggeber oftmals im Spannungsfeld zwischen nicht auskömmlicher und unwirtschaftlicher Vergabe stehen und dem Preis folglich auch ohne Absicht auf einen Dumpingwettbewerb nicht selten eine tragende Rolle zuteilwird. Vergaberechtsexpertin Dr. Dr. Stefanie Theis LL.M steckte schließlich in Ihrem Kurzvortrag den rechtlichen Rahmen im Hinblick auf die inhaltlichen Anforderungen an Verfahren unterhalb der Schwellenwerte ab. Dabei ging sie unter anderem auch auf die Abgabe von Pauschalangeboten ein.

Im Anschluss an die Impulsvorträge hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, den Referenten Fragen zu stellen, die in einer lebhaften Diskussion ausgiebig beantworten wurden. Die Präsentationen zu den Impulsvorträgen der drei Experten können Sie auf unserer Internetseite  www.ing-rlp.de einsehen und herunterladen.

Die Präsentationen zu den Impulsvorträgen der drei Experten können Sie hier im PDF-Format herunterladen:

 Dipl.-Ing. Ulrich Welter: „Die täglichen Probleme aus Sicht der Ingenieurbüros“

 Klaus Faßnacht: „Die täglichen Probleme aus Sicht der Auftraggeber“

 Dr. Dr. Stefanie Theis LL.M: „Rechtliche Aspekte: Was ist zwingend zu beachten?“