MehrWert statt Müll – Wege zur Kreislaufwirtschaft

Rohstoffe sind kostbar für Umwelt und Wirtschaft. Um für unsere nachfolgenden Generationen Ressourcen zu erhalten und nachhaltiges Denken und Handeln weiterzugeben, ist es nötig, das Thema Recycling und Nachhaltigkeit im Fokus zu behalten und mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Sie sehen von links: Dipl.-Ing. Gerold Reker (Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz), Wirtschaftsministerin Eveline Lemke, Dr. Elena Wiezorek (Hauptgeschäftsführerin der Architektenkammer Rheinland-Pfalz) und Dr.-Ing. Horst Lenz (Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz)

Über 100 Gäste folgten den Ausführungen und Impulsen der Experten aus dem Baubereich

Ingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz bei seinem Impulsvortrag zum Thema "Müll als Rohstoff"

Ingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz (l.) mit Architektenkammerpräsident Gerold Reker

Dr.-Ing. Horst Lenz (m.) mit den Beratenden Ingenieuren Dr.-Ing. K. Peter Kiefhaber (l.) und Dr. Rainer Hart (r.)

Rohstoffe sind kostbar für Umwelt und Wirtschaft. Um für unsere nachfolgenden Generationen Ressourcen zu erhalten und nachhaltiges Denken und Handeln weiterzugeben, ist es nötig, das Thema Recycling und Nachhaltigkeit im Fokus zu behalten und mit gutem Beispiel voran zu gehen.

Die Veranstaltung der Architektenkammer Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz und dem Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz am 04.12.2014 im Kulturzentrum (KUZ) in Mainz, war eine gute Gelegenheit, sich mit den Themen Ressourcenschonung und -wiederverwertung sowie Energieaufwand und –einsparung zu beschäftigen.

Die Tagung im Rahmen des Bündnisses „Kreislaufwirtschaft auf dem Bau“ eröffnete  Wirtschaftsministerin Eveline Lemke mit einem Appell an die am Bau beteiligten Planer: „Das bundesweit einmalige Bündnis ‚Kreislaufwirtschaft auf dem Bau‘ braucht die Ingenieure und Architekten, die Meinungsmacher bei den Bauherren sind. Unser Ziel ist es, Bau- und Abbruchabfälle - soweit technisch möglich, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch verantwortbar - als sekundäre Rohstoffe zu nutzen. Das schafft Mehrwert, denn Bau- und Abbruchabfälle bilden den größten Stoffstrom in der Abfallwirtschaft. Für die Umsetzung einer echten Kreislaufwirtschaft sind Akzeptanz nötig und Ideen“, so die stellvertretenden Ministerpräsidentin.

Gerold Reker, Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz hob ebenfalls die Schlüsselstellung der Planung hervor: „Die Abbruchmaterialien unserer baulichen Vergangenheit, sind viel mehr wert als Müll. Ob und in welchem Maß ihr Wert aber in einer neuen Verwendung realisiert wird, hängt zwar zum Teil von technischen und rechtlichen Randbedingungen ab, einen ganz großen Beitrag leitet aber die Planung. Zunächst geht es uns darum, mit recycelten Materialien den Baustellenalltag zu erreichen, doch das ist nur ein erster Schritt.“ Darüber hinaus, das zeigten Referenten wie der Münchner Architekt Muck Petzet, besteht die eigentliche Herausforderung darin, möglichst wenig Abfall zu erzeugen. Vermeiden, Umnutzen und erst dann Wiederverwerten ist seine Hierarchie, die er bereits 2012 zum Thema des deutschen Pavillons der Architekturbiennale von Venedig machte: Reduce – Reuse – Recycle lautet der Titel damals.

Den Müll als Rohstoff zu begreifen, dazu rief der Präsident der Ingenieurkammer, Dr.-Ing. Horst Lenz auf: „Ingenieure haben eine besondere Verantwortung. Rohstoffe müssen wirtschaftlich, nutzungsorientiert sowie kosten- und energieeffizient verwendet werden. Wir müssen im Hinblick auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit für moderne Baumaßnahmen bei Neubauten und Sanierungen sorgen, wiederverwertbare Baustoffe direkt einsetzen und die Abfallstoffe möglichst gering halten. Denn gesteigerte Kosten durch Entsorgungs- und Deponiegebühren müssen vermieden werden. Die Verwertung der Recyclingstoffe muss dabei besonders hochwertig und gütegesichert sein, um mit hoher Qualität in den Wirtschaftskreislauf und bei weiteren Bauvorhaben zum Einsatz zu kommen.“

Fotos: Kristina Schäfer