Jahresempfang der Wirtschaft und der Freien Berufe

Gruppenfoto der Präsidenten und Geschäftsführer mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Von links: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Muth (Präsident der Hochschule Mainz), Dr. Engelbert Günster (Präsident der Industrie- u. Handelskammer für Rheinhessen) und Dr.-Ing. Horst Lenz, (Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz).

Prof. Dr.-Ing. Gerhard Muth (Präsident Hochschule Mainz, li.), Dr. Ingrid Vollmer (Geschäftsführerin der IHK für Rheinhessen, 2. v. li.), Dr.-Ing. Horst Lenz (Präsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, 2. v. re.) und Dr.-Ing. Uwe Angnes (Vizepräsident der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, re.).

Martin Böhme (Geschäftsführer der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz, li.) und Moritz Petry (Bürgermeister der Verbandsgemeinde Südeifel).

Olaf Scholz, der Gastredner des Abends bei seiner Ansprache.

Über 2000 Besucher aus Wirtschaft und Politik lockte der Jahresempfang 2019 in die Halle 45 nach Mainz.

Zum 20. Mal jährte sich am 9. Januar 2019 der Jahresempfang der Wirtschaft und der Freien Berufe in Mainz. Über 2000 Gäste folgten der Einladung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz sowie der weiteren 14 gastgebenden Kammern in die Halle 45 in Mainz zur größten regionalen Wirtschafts-Veranstaltung Deutschlands. Als Gastreferenten konnten die Kammern in diesem Jahr Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz gewinnen, der die aktuellen Entwicklungen der EU-Politik als zentrales Thema seiner Ansprache wählte und Europa als „unser wichtigstes nationales Anliegen“ deklarierte.

Obwohl sich der Finanzminister lobend über das Friedenswerk Europa äußerte, betonte er vor dem Hintergrund des anstehenden Brexits die Notwenigkeit des europäischen Zusammenhalts. Nur ein starkes und vereintes Europa könne Staaten wie den USA oder China auf Augenhöhe begegnen und die Herausforderungen der Globalisierung, des Klimawandels sowie der Migration nachhaltig meistern. Zurzeit bestehe der europäische Chor jedoch vermehrt eher aus 27 Monologen, bedauerte Scholz.

Des Weiteren forderte Scholz die Entlastung von deutschen Betrieben in Bezug auf den Solidaritätszuschlag und bei Ausschreibungsbedingungen. Die ständig steigenden Sozialabgaben in Deutschland bringen einen geringen gesellschaftlichen Gegenwert, gingen allerdings erheblich auf Kosten der nachfolgenden Generationen, so der Minister. Unsägliche Streitereien innerhalb der großen Koalition und eine Gegenwartsverwaltung der Hochkonjunktur durch eine verzagte Umverteilung milliardenschwerer Überschüsse im Bundeshaushalt seien nicht das, was die Wirtschaft voranbringe, mahnte er.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) lobte indes in einer Podiumsdiskussion die derzeitige wirtschaftliche Lage. "Rheinland-Pfalz steht wirtschaftlich sehr gut da," so Dreyer. Dies sei einerseits der Verdienst der Unternehmen, andererseits der vielen Arbeitnehmer, die sich mit ihren Betrieben identifizieren und sich dafür engagieren. In den kommenden Jahren wolle Dreyer vor allem in die Digitalisierung sowie den Breitbandausbau investieren, „weil schnelles und stabiles Internet die Grundlage ist, um unsere Strategie des digitalen Lebens umsetzen zu können.“

Ingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Horst Lenz begrüßt die Investitionen in die digitale Infrastruktur, verweist jedoch gleichzeitig auf den Zustand der rheinland-pfälzischen Verkehrswege. „Bei aller Mühe dürfen wir unsere Straßennetze nicht vergessen, deren Zustand unter der jahrelangen Unterfinanzierung sichtlich gelitten hat“, so Lenz. Derzeit fehle es allerdings weniger an Geld. Vielmehr gebe es zu wenige qualifizierte Fachkräfte in den Bauverwaltungen der Kommunen. Hier geht Lenz mit der Politik hart ins Gericht: „Bundesmittel für unsere Straßen können nicht abgerufen werden, weil der LBM nicht genügend Bauingenieure für die Planung hat. Dabei haben wir 140 Ingenieurbüros im Land, die auf Verkehrsplanung spezialisiert sind. Das Verkehrsministerium müsste einfach mehr in die Auftragsvergabe an externe Ingenieurbüros investieren“.

Fotos: Kristina Schäfer