Gemeinsam in Bonn: Veranstaltung zum Honorar- und Vergaberecht

Gemeinsam in Bonn (von links): Frank Haupenthal, Katja Hennig, Dr. Dr. Stefanie Theis, Dr.-Ing. Horst Lenz, Dr.-Ing. Heinrich Bökamp sowie Carsten Wolf

Die Präsidenten der beiden Kammern Dr.-Ing. Horst Lenz und Dr.-Ing Heinrich Bökamp führten durch die Veranstaltung.

Zwei Gastgeber – ein Thema: Am 11. Juni 2018 stand das Vergabe- und Honorarrecht im Forschungszentrum Caesar unweit der Bonner Rheinaue auf dem Programm. Der Einladung der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz und der Ingenieurkammer-Bau NRW folgten rund 100 interessierte Ingenieurinnen und Ingenieure aus beiden Bundesländern. Zu Gast waren außerdem Vertreter kommunaler Vergabestellen beider Länder. Die Teilnehmer konnten sich hier über die Serviceangebote beider Kammern in Sachen Vergabe und neue Wege in der Unterschwellenvergabe informieren.

Angesichts komplexer und bürokratieintensiver Vergaben sowie mangelnder Transparenz durch fehlende Submissionsspiegel bestünden bei Ingenieurinnen und Ingenieuren nach wie vor Unsicherheiten bei diesem Thema, wie die Kammerpräsidenten Dr.-Ing. Horst Lenz und Dr.-Ing. Heinrich Bökamp im Rahmen ihrer gemeinsamen Moderation der Veranstaltung festhielten. Beide Kammern haben aus diesem Grund im Jahr 2017 „Honorar- und Vergabe-Informationsstellen“ eingerichtet, die die Entwicklung einer transparenten und fairen Vergabepraxis fördern sollen.

In Bonn stellte Katja Hennig, Juristin und zentrale Ansprechpartnerin in Nordrhein-Westfalen, zunächst die Ziele der Informationsstellen vor und teilte ihre Erfahrungen seit der Gründung im vergangenen Jahr. Sie rief die Kammermitglieder dazu auf, sich bei Fragen und Anregungen zur Vergabe von Planungsleistungen direkt an die Kammer zu wenden. „Wenn wir wissen, wo bei Ihnen der Schuh drückt, können wir Sie bestmöglich unterstützen“, so Hennig.

Richterin am Verfassungsgerichthof in Rheinland-Pfalz Dr. Dr. Stefanie Theis, ihres Zeichens Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht und Fachanwältin für Vergaberecht aus Mainz, erläuterte im Anschluss die aktuelle Rechtsprechung anhand ausgewählter Beispiele. Sie ist die Ansprechpartnerin der Mainzer „Honorar- und Vergabe-Informationsstelle“. Carsten Wolf vom Thüringer Rechnungshof, selbst Bauingenieur, schilderte die Stärken und Schwächen kommunaler Vergabepraxis in Thüringen und den sich daraus ergebenden Optimierungsbedarf. Die Sicht der Ingenieure zeigte Dipl.-Ing. (FH) Frank Haupenthal von Verheyen-Ingenieure aus Bad Kreuznach auf, der am konkreten Beispiel deutlich machte, wie wichtig Kompetenzen im Vergabeprozess auf Bieter- und Vergabeseite für gelingende Ausschreibungen sind.