2. BIM-Symposium informiert über Lehre und Praxis beim digitalen Bauen

Sie sehen von links: Dipl.-Ing. (FH) Wilhelmina Katzschmann (Sprecherin des BIM-Clusters und Vizepräsidentin der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz), Dr. Stephan Weinberg (Staatssekretär im Ministerium der Finanzen) sowie Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer (Fachgebietsleiter Baubetrieb und Bauwirtschaft der Technischen Universität Kaiserslautern).

Staatssekretär Dr. Stephan Weinberg übermittelte sein Grußwort aus dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz.

Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer (Fachgebietsleiter Baubetrieb und Bauwirtschaft der Technischen Universität Kaiserslautern) eröffnete und moderierte die Veranstaltung.

In den Pausen nutzen die Teilnehmer des BIM-Symposiums die Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken.

Am 5. April fand unter Federführung der Technischen Hochschule Kaiserslautern das zweite BIM-Symposium des BIM-Clusters Rheinland-Pfalz statt. Um den Anforderungen der planenden und ausführenden Berufe im Bauwesen auch in Zeiten der stetigen digitalen Weiterentwicklung gerecht zu werden, ist es notwendig, sich schon während der Ausbildung an der Universität oder im Handwerk intensiv mit den neuesten Arbeitsweisen und Anforderungen auseinanderzusetzen. Deshalb lag beim diesjährigen Symposium in der Rotunde der TU Kaiserslautern der Schwerpunkt auf „BIM in Forschung und Lehre“.

Eröffnet und moderiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr.-Ing. Karsten Körkemeyer. Der Fachgebietsleiter Baubetrieb und Bauwirtschaft der Technischen Universität Kaiserslautern betonte in seiner Begrüßung den großen Bedarf an gut ausgebildeten Planern, deren klassische Kompetenzen auch weiterhin ausgebildet werden müssen. Das digitalisierte Bauen könne nicht ersetzen, was Architekten und Ingenieure in ihrer wissenschaftlichen Ausbildung lernen. Vielmehr sei das Fachwissen eine Grundvoraussetzung, um kollaborativ und kollektiv mit der BIM-Methode zu arbeiten.

Aus dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz überbrachte Staatssekretär Dr. Stephan Weinberg sein Grußwort an die ca. 90 Teilnehmer. Er definierte die BIM-Methode in ihren verschiedenen Phasen, stellte kurz den Stufenplan des Bundeverkehrsministeriums (BMVI) vor und betonte das Interesse des Landes Rheinland-Pfalz, die BIM-Prozesse auch im Hochbau weiter voranzubringen. Dr. Weinberg lobte die Struktur, Heterogenität und Offenheit des BIM-Clusters Rheinland-Pfalz, welches 2016 auf Initiative der Ingenieurkammer mit allen am Bau beteiligten Akteuren gegründet wurde.

Im ersten Vortragsblock „Studium“ stellte Prof. Dr.-Ing. Hans-Hermann Prüser, Dekan im Fachbereich Bauwesen Geoinformation Gesundheitstechnologie der Jade Hochschule Oldenburg, seine Erfahrungen zur Einführung von BIM in die Lehre vor. Damit aus einer Methode ein mächtiges Werkzeug werden könne, müssen Fach- und BIM-Kompetenz Hand in Hand gehen. Er betonte, dass keine neuen BIM-Studiengänge nötig seien, da die erforderlichen BIM-Kompetenzen überschaubar und erkannt seien. Sie ließen sich mit entsprechenden finanziellen Mitteln, modernen Arbeitsplätzen und -methoden sowie mit geeignetem Personal problemlos in die bestehenden Ingenieurausbildungen integrieren.

In seinem Vortrag "BIM im Spannungsfeld universitärer Lehre und Praxisanforderungen" erläuterte Prof. Dr.-Ing. Hamid Sadegh-Azar von der TU Kaiserslautern seine Vorstellungen von multidisziplinären Studienprojekten und modellbasiertem Arbeiten, bei dem die Studierenden die gesamte Prozesskette des digitalen Bauens erlernen sollen.

Der zweite Vortragsblock „Ausbildung“ begann mit einem Referat von Jens Bille, M.Ed. vom Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) Hannover. Er stellte in seinem Vortrag „BIM-Qualifikationsangebote für das Bauhandwerk“ das multimediale Lehr-/Lernkonzept für die bauhandwerkliche Aus- und Weiterbildung „eWorkBau“ vor und stellte heraus, wie Arbeitsprozesse analysiert wurden, um digitale Lernprozesse zu erstellen. Darüber hinaus machte er auf das BIM-Lernangebot www.bim-praxis.de aufmerksam, das beim Bundeswettbewerb "Auf IT gebaut" 2017 ausgezeichnet wurde.

Lisa Werning, Studentin an der TU Kaiserslautern, erläuterte ihre Studienarbeit, die sich mit der „Implementierung von BIM in der beruflichen Ausbildung“ befasst. Diese erweise sich als komplexe Aufgabe, der sich die Lehrkräfte in Zukunft stellen müssen. Es gäbe einige organisatorische und didaktische Eckpunkte, an die eine Implementierung gebunden sei. Zudem sei es notwendig, das mangelnde Vertrauen in das digitale Modell BIM einzudämmen und die Chancen diesbezüglich in den allgemeinen Fokus zu rücken. BIM müsse zukünftig in den vorhandenen Freiräumen langsam, sensibel und strukturiert in die Lehrpläne der beruflichen Bildung eingegliedert werden.

Dipl.-Ing. Volker Schweizer stellte im dritten Block „Weiterbildung“ die Seminarreihe „BIMpraxis“ vor, die vom Fraunhofer IRB, gemeinsam mit der Akademie der Ingenieure AkadIng entwickelt wurde. Zielgruppe seien Architekten und Ingenieure, die oftmals schon sehr lange und erfolgreich mit bestehenden Werkzeugen und Prozessen in ihrem Beruf gearbeitet haben. Neben der Vermittlung von technischem Know-how bestehe die Herausforderung der BIM-Weiterbildung darin, dass die Zielgruppe grundlegende, etablierte Strukturen und Arbeitsweisen hinterfragen müsse. Neue Skills seien erforderlich, die neue Bildungsformate, wie E-Learning Plattformen oder Planspiele, verlangen.

Dr.-Ing. Tobias Rahm, M.Sc. von der ZPP Ingenieure AG in Bochum stellte strukturierte Change Management Prozesse in seinem Vortrag „BIM: Herausforderungen & Chancen eines innerbetrieblichen Schulungskonzeptes“ vor. Die Mitarbeiter müssen auf den Wandel vorbereitet und das Unternehmen durch den Änderungsprozess begleitet werden. Neben den Hindernissen, die mit Einführung der BIM-Methode zunächst auf ein Unternehmen zukommen, seien aber auch viele Chancen der digitalen Transformation in der Bauwirtschaft verbunden.

Im letzten Block des BIM-Symposiums erhielten die Teilnehmer einen Blick in zwei aktuelle Forschungsprojekte. Dipl.-Ing. Helga Tauscher von der TU Kaiserslautern referierte über "Konfigurierbare nD-Visualisierungen für komplexe Gebäudeinformationsmodelle". Dipl.-Ing. Daniel Wüst von Björnsen Beratende Ingenieure GmbH in Koblenz erläuterte im Abschlussvortrag „IFC-Road – Der lange Weg zum BIM-Straßenmodell“.

Das BIM-Cluster Rheinland-Pfalz dankt der TU Kaiserslautern, insbesondere Herrn Prof. Körkemeyer und Frau Stadthaus für die Ausrichtung und Organisation dieser gelungenen Veranstaltung, die neben vielen neuen Informationen auch Gelegenheit zum Austausch und zum Netzwerken bot.

Wir bedanken uns bei Staatssekretär Dr. Stephan Weinberg für sein  Grußwort aus dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz.

Link:

zum Artikel:  „Staatssekretär Dr. Stephan Weinberg eröffnet das 2. Symposium des BIM-Clusters Rheinland-Pfalz

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