Einführung der Homogenbereiche nach DIN 18300

Mit der Änderung des Teils C der VOB, die mit dem Ergänzungsband 2015 zur VOB-Gesamtausgabe 2012 vom DIN Deutsches Institut für Normung e.V. herausgegeben wurde, ergeben sich in Zukunft weitreichende Änderungen bei der Planung und Ausschreibung von Bauleistungen, die inzwischen auch in der VOB 2016 enthalten sind. Eine wesentliche Neuerung stellt hier die Beschreibung des Baugrunds für alle allgemeinen technischen Vertragsbedingungen im Tiefbau mit sogenannten Homogenbereichen dar. Da diese Umstellung bei den am Bau Beteiligten unweigerlich Fragen aufwirft, hat ein Arbeitskreis der Fachgruppe Geotechnik der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz ein Positionspapier zu dem aktuellen Thema der Homogenbereiche erarbeitet. Hiermit soll vor allem die Anwendung der neuen Regelwerke erleichtert und auch eine Grundlage für eine praxisnahe Anwendung geschaffen werden.

 Positionspapier zur Einführung der Homogenbereiche nach DIN 18300

DIN EN 1090 seit 01.07.2014 uneingeschränkt gültig

Ausführung von Stahltragwerken und Aluminiumtragwerken

In der DIN EN 1090 ist geregelt, dass grundsätzlich alle Betriebe, die tragende Teile aus Stahl und/oder Aluminium herstellen (hierzu gehört insbesondere auch die Durchführung von Schweißarbeiten im Rahmen der Herstellung), zertifiziert sein müssen. Nicht zertifizierte Betriebe dürfen solche Arbeiten nicht mehr ausführen und somit folglich auch nicht mehr beauftragt werden.

Verstöße gegen die Regelungen können gravierende Folgen, insbesondere im Haftungsbereich und bei Schadensfällen, nach sich ziehen. Es empfiehlt sich daher für Auftraggeber, diese Vorgaben genau zu beachten.

Die Regelungen sind selbstverständlich auch von öffentlichen Auftraggebern einzuhalten. Somit ist vom Auftraggeber zu überprüfen, ob die sich im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung um Aufträge bewerbenden Betriebe, genauso wie bei einer freihändigen Vergabe, die vorgeschriebene Zertifizierung besitzen. Ist dies nicht der Fall, so können diese Unternehmen nicht den Zuschlag erhalten.

Eine Übersicht der akkreditierten Stellen über die erteilten Zertifikate finden Sie unter  www.EN1090.net.

Eurocodes

Mit der erfolgten Einführung des Teils 1 der DIN EN 1997 - bezeichnet als Eurocode 7 (Kurzform EC 7) - in die Bauregelliste liegen klare, verpflichtende Vorgaben zu Entwurf, Berechnungen und Bemessungen in der Geotechnik, also zu allen Baugrundfragen vor. Diese Regelwerke werden somit zukünftig also auch eine wesentliche Grundlage für die Beurteilung von Schadensfällen und Rechtsstreitigkeiten bilden.

Damit die Vorgaben des sehr umfangreichen und komplexen Eurocodes EC 7 auch tatsächlich Eingang in die Praxis finden, sind im vorliegenden Informationsschreiben für Architekten, Fachplaner und Behörden die wichtigsten Aussagen und Vorgaben der aktuellen geotechnischen Regelwerke zusammengefasst.

Mit dieser Zusammenstellung können die am Bau Beteiligten nun auch leichter ihrer obligatorischen Pflicht nachkommen, die Qualität von angebotenen und erbrachten geotechnischen Ingenieurleistungen zu beurteilen. 

  Informationsschreiben + Anlagen

Weitere Informationen zu den Eurocodes finden Sie unter:  http://www.eurocode-online.de/