Fachgruppen

Die Fachgruppen der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz dienen als Plattform zum fachlichen Informations- und Erfahrungsaustausch sowie zur Erarbeitung von ingenieurtechnischen Fragestellungen. Nutzen Sie dieses Netzwerk und gestalten Sie Ihre berufspolitischen Interessen aktiv mit. Durch das Engagement unserer Mitglieder und deren fachübergreifenden Wissenstransfer können wir als Kammer in einer starken Gemeinschaft auftreten und den Berufsstand der Ingenieure in Politik und Wirtschaft wirksam vertreten.

Ein sicheres Bauwerk kann nur errichtet werden, wenn auch der Baugrund mit seinen Eigenschaften ausreichend bekannt ist und berücksichtigt wird, denn durch Erosionen, Flussbildungen, menschliche Eingriffe u.ä. ist der Untergrundaufbau auch auf sehr kurze Distanzen meist nicht homogen (einheitlich). Da sich im Untergrund auch Wasser bewegt, spielt dieses bei der Beurteilung des Untergrundes eine ebenso wichtige Rolle.

Die Geotechniker liefern im Vorfeld der Bauausführung eine Baugrunderkundung und eine Begutachtung dazu, die je nach Projekt und Fragestellung ausgearbeitet wird.

Bestandteile der Begutachtung sind z.B. 

  • Baugrunderkundung mit Auswertung
  • bodenmechanische Laboranalyse
  • Gründungsberatung
  • Empfehlungen zum Feuchteschutz des Bauwerks
  • Stellungnahmen zu den Versickerungsmöglichkeiten von Niederschlagswasser, Baugrubenherstellung und Baubetrieb.

Diese Angaben sind Grundlagen der Planungsleistungen der Architekten und Statiker und auch im Vorfeld der Planung von Erdwärmeanlagen (Geothermie) kann der Geotechniker der Bauherrschaft, Architekten und Fachplanern Informationen zur Eignung des Untergrundes an die Hand geben.

Das Thema Umweltbelastung im Baugrund rückt immer mehr in den Fokus. Beispielsweise sollte bei aufgefüllten Flächen, ehemaligen Tankstellen oder Industrie- / Gewerbeflächen auch ein Augenmerk auf die Untersuchung nach Schadstoffen gerichtet werden, da hier bei Schadstofffeststellung erhebliche Mehrkosten auf den Eigentümer zukommen können. Dabei stehen die Geotechniker zur Seite und beraten im Vorfeld auf optimale Weise.

Leider kommt es immer wieder zu Bauwerksschäden, deren Ursachen bspw. Hangrutschungen, durchnässte Keller, Austrocknung des Erdreiches, mangelhafte Planungs- und Bauausführung sein können. Geotechniker helfen hier, die Ursache zu finden und erarbeiten fachgerechte Sanierungsvorschläge.

Gelegentlich ergeben sich auch spezielle Fragen bezüglich der Hydrogeologie, von Wasser und dessen Verhalten im Untergrund (z.B. Schadstofftransporte im Wasser, Feuchteschutz, Versickerung). So können nahe liegende fließende Gewässer, Brunnen o.ä. zu erheblichen Schwankungen des Grundwasserspiegels führen. Mittels Feldmessungen kann das Grundwasser erfasst und gemäß der Fragestellung ausgewertet werden.

Durch Einschaltung eines Geotechnikers können schwierige Situationen erkannt, optimale Lösungen gefunden und dadurch Kosten eingespart werden.

 

Vorsitzender: Dr.-Ing. Rainer Hart

Die Entwicklung der Technik in unseren Gebäuden hat an Umfang und Komplexität in den letzten Jahren erheblich zugenommen. So stellen uns die Vorschriften für die Wärmedämmung und Luftdichtheit vor umfangreiche technische Herausforderungen, um in unseren Gebäuden dennoch ein behagliches / gesundes Wärme-, Luft- und Lichtempfinden zu garantieren. Ein weiterer Aspekt sind die hohen Erwartungen und Anforderungen an Wohn- und Nutzkomfort, Energieeffizienz sowie Bedienbarkeit all dieser Techniken.

Der Einsatz von Elektrotechnik spielt hierbei eine entscheidende Rolle: kein einziges Teil und keine Anlage in unseren Gebäuden wird beim Ausfall der Stromversorgung funktionieren. Die Regelungstechnik und Automation, welche inzwischen überall Einzug gehalten hat, gilt es sinnvoll und effizient einzusetzen, individuell auf Nutzer und Wünsche anzupassen und für Dauerbetrieb sicherzustellen.

Daraus ergeben sich für Ingenieure der Elektrotechnik folgende Bereiche:

  • Energieversorgung
    z.B. Generatoren und Photovoltaikanlagen
  • Starkstromanlagen
    z.B. Hoch- und Mittelspannungsanlagen sowie Transformatoren
  • Energieverteilung
    z.B. Niederspannungsinstallationen sowie Blitzschutz- und Erdungsanlagen
  • Lichttechnik
    z.B. Beleuchtungsanlagen und Bühnentechnik
  • Nachrichtentechnik
    z.B. Fernmelde- und informationstechnische Anlagen sowie Fernsehantennenanlagen und Studios oder EDV-Netze
  • Thermische Anlagen
    z.B. kombinierte Kraft-Wärme-Anlagen und elektrische Wärmeanlagen
  • Aufzug- und Fördertechnik
    z.B. Aufzugsanlagen sowie Entsorgungsanlagen für Abfall, Wäsche und Staub
  • Nutzungsspezifische Anlagen
    z.B. Küchentechnik, Medizintechnik und Medienversorgungsanlagen
  • Gebäudeautomation
    z.B. Automatisierungssysteme und Sensoren
  • Technische Anlagen in Außenanlagen
    alle zuvor genannten Komponenten - von der Elektroversorgung bis hin zur Bedienung in Außenanlagen zum Gebäude

 

Vorsitzende: Dipl.-Ing. (FH) Wilhelmina Katzschmann

Der Hochbau ist das Teilgebiet des Bauwesens, das sich mit der Planung und Errichtung von Bauwerken befasst, die überwiegend oberhalb des Geländes liegen. Bauingenieure sind nach der jeweiligen Landesbauordnung (LBauO) zur Planung von Hochbauten berechtigt. 

Die Ergebnisse aller am Planungsprozess Beteiligten werden in die eigene Planung eingearbeitet und neben der eigentlichen Planung werden während der Projektabwicklung auch die Koordination aller am Bau Beteiligten übernommen. Bei großen Bauvorhaben wird der traditionelle Aufgabenbereich auch auf mehrere Spezialisten verteilt. 

So z.B. auf

  • Projektsteuerer,
  • Entwurfsplaner,
  • Ausführungsplaner,
  • Bauleiter oder auch den
  • Koordinator für Sicherheit und Gesundheitsschutz.  

Der Industriebau befasst sich mit Planung und Bau von Gebäuden und Anlagen für die Industrie. Die Bauweisen der Gebäude und Anlagen richten sich dabei nach denjenigen Erfordernissen, die sich aus dem jeweiligen Produktionsprozess ergeben, es werden aber auch weitere Anforderungen berücksichtigt.  

Dies können nicht nur behördliche Auflagen oder Besonderheiten der Einbindung in die örtlichen Verhältnisse sein, sondern unter anderem auch die über das übliche Maß hinausgehende Umweltfreundlichkeit oder auch besondere repräsentative Anforderungen.  

Neben der Einhaltung des vom Bauherrn vorgegebenen Kostenrahmens für die Gebäude und Bauwerke selbst spielen immer mehr auch die Kosten der Bauunterhaltung und -bewirtschaftung über den geplanten Nutzungszeitraum eine wichtige Rolle. Der Hoch- und Industriebau befasst sich deshalb auch mit dem Lebenszyklusmanagement der baulichen Anlagen.  

Weitere wichtige Aspekte der verantwortungsvollen Planungen im Hoch- und Industriebau sind neben der Kostenoptimierung eine gesamtenergetisch hochwertige und an den Maßstäben des nachhaltigen Bauens orientierte Qualität der Objekte. Dazu ist ein frühzeitiges Zusammenwirken aller am Planungsprozess beteiligten Fachingenieure erforderlich, um alle Belange und gegenseitige Einflüsse erfolgreich zu berücksichtigen.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. (FH) Ernst J. Storzum

Der konstruktive Ingenieurbau ist eine wesentliche Teildisziplin des Bauingenieurwesens. Er umfasst alle tragenden Bauwerksstrukturen von üblichen Hochbauten, wie Wohn- und Bürogebäuden, von bedeutenden Profan- und Sakralbauten aber auch von sogenannten Ingenieurbauten, wie Sportstadien. Konstruktion und Gestaltung solcher Bauwerke sind das Ergebnis architektonischer Vorgaben und ingenieurmäßiger Durcharbeitung.

Bei vielen Ingenieurbauten wie Wolkenkratzern, großen Industriebauten und Kraftwerken mit ihren riesigen Kühlturmschalen bilden Form und konstruktive Lösung eine funktionale Einheit; die Ingenieurtätigkeit umfasst somit Gestaltung und Tragwerksplanung. Solche Bauwerke prägen oft maßgebend das Landschaftsbild.

Weitere Beispiele sind Bauwerke des Wasser- und des Verkehrsbaus. Ein wichtiges Ingenieurbauwerk hat jeder virtuell täglich in der Hand: Auf den Rückseiten aller Euroscheine sind Brücken abgebildet, die für das Zusammenleben der Menschen unverzichtbar sind.

Bauwerke müssen sicher, dauerhaft und nachhaltig bezüglich Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit ausgelegt werden. Durch sinnvolle Wahl von Tragkonstruktion und Baustoffen müssen sie den gewünschten Nutzen erbringen und darüber hinaus ansprechend gestaltet sein. (Dies forderte bereits der Baumeister Vitruv im antiken Rom: firmitas, utilitas et venustas). Hierzu bedient sich der konstruktive Ingenieurbau der verschiedensten Disziplinen, um den Anforderungen von Statik, Stabilität und Dynamik (Wind- oder Erdbebenanregung, Verkehr) gerecht zu werden.  

Verwendet werden traditionelle Werkstoffe wie

  • Beton,
  • Mauerwerk,
  • Stahl und
  • Holz

und deren innovative Weiterentwicklungen aber auch neue Baustoffe unter Verwendung von Kunststoff- oder Textilfasern sowie selbsttragende Glaskonstruktionen.  

Immer wichtiger wird das Bauen im Bestand, also Instandsetzung, Umbau und Nutzungsänderung von bestehenden Bauwerken.

Wiederkehrende Prüfungen sicherheitsrelevanter Bauteile gehören ebenfalls zu den Aufgaben des konstruktiven Ingenieurbaus.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. (FH) Frank Haupenthal

Die individuelle Mobilität hat unsere Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten so stark geprägt wie nur wenige andere lebensgestaltende Erscheinungen. Hierzu beigetragen haben vor allen Dingen die Entwicklung des Automobils und seine starke Verbreitung in Deutschland. Dieses hatte zwangsläufig auch die Zunahme von Verkehrsunfällen zur Folge, die wiederum regelmäßig Fragen zur Unfallursache und zu den resultierenden Personen-, Sach- und Vermögensschäden bei den Unfallbeteiligten, den Gerichten und Staatsanwaltschaften sowie den Versicherern aufwerfen.

Die Ingenieure der Fachgruppe Kraftfahrzeug- und Maschinenwesen sind überwiegend als Sachverständige im Kraftfahrzeugwesen tätig und setzen ihr Wissen u.a. zur Aufklärung von Unfallabläufen, zur Ermittlung von Schadenhöhen und Fahrzeugwerten, zur Fahrzeugkonstruktion und zur präventiven Vermeidung von Verkehrsunfällen im Rahmen der Unfallforschung ein. Weiterhin werden Hauptuntersuchungen an Fahrzeugen und Abnahmen von Fahrzeugteilen nach StVZO im Rahmen amtlich anerkannter Überwachungsorganisationen durchgeführt.

Im Einzelnen befassen sich die Ingenieure der Fachgruppe Kraftfahrzeug- und Maschinenwesen mit folgenden Fachgebieten:

  • Schadengutachten nach Verkehrsunfällen
  • Bewertungen von Fahrzeugen und Maschinen
  • Gutachten zur Schadenursache
  • Technische Gutachten zu Fahrzeugen und Maschinen
  • Unfallrekonstruktionen und unfallanalytische Gutachten
  • Gutachten zur biomechanischen Personenbelastung bei Verkehrsunfällen
  • Unfallursachenforschung
  • Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen nach § 29 StVZO
  • Abnahmen von Anbauteilen an Fahrzeugen nach § 19 StVZO
  • Entwicklung von Fahrzeugen und Maschinen
  • Beratung zum Einsatz und Betrieb von Fahrzeugen und Maschinen

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Miller

Gesunde Luft und ein sorgfältig abgestimmtes Raumklima sind entscheidend für das Wohlbefinden der Menschen, die in Gebäuden leben und arbeiten. Zudem spielen die Betriebskosten eines Gebäudes eine immer wichtigere Rolle. Die Grundlagen und Problemlösungen hierfür liefert die Technische Gebäudeausrüstung, vereinfacht auch als Haustechnik bezeichnet.         

Zu den klassischen Aufgabenbereichen gehören:

  • Wärme- und Heiztechnik,
  • Raumlufttechnik,
  • Sanitärtechnik, Wasser-Abwasser-Anlagen, Gasanlagen
  • Klimatechnik und
  • technische Einrichtungen zur Energiegewinnung aus regenerativen Quellen

Aufgrund der ständig wachsenden Ansprüche an modernes Wohnen und Arbeiten zählen heute

  • innovative Lüftungs- und Klimaanlagen,
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie
  • Brandschutztechnik

gleichfalls zur Standardausstattung von Gebäuden.

Das Gefühl der Behaglichkeit stellt sich indessen nur ein, wenn alle Anlagenkomponenten zuverlässig aufeinander abgestimmt sind. Für das optimierte Zusammenwirken der verschiedenen Anlagenkomponenten sorgen nicht zuletzt die Fachplaner der technischen Gebäudeausrüstung. Neue Dienstleistungen wie technisches Gebäudemanagement und der Einsatz von Gebäudeleittechnik unterstützen dabei die Optimierung der Haustechnik und ermöglichen erst deren wirtschaftlichen und zuverlässigen Betrieb.    

Die technische Gebäudeausrüstung liefert zudem für die Bewältigung der drängenden Aufgaben im Klimaschutz belastbare Problemlösungen. Denn die nachhaltige Energiever-sorgung von Gebäuden und Umweltschutz sind heute nicht mehr von einander zu trennen. So gewinnt neben einer effizienten Energiebereitstellung die Einbindung regenerativer Energiesysteme eine immer größere Bedeutung. Ohne modernste Energietechniken ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen nicht mehr denkbar.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. (FH) Helmut Schneiders

Der Fachbereich Verkehrswesen dreht sich rund um den Begriff Mobilität, denn in der modernen Zeit ist der Mensch ständig unterwegs. Dabei bestehen die Verkehrswege zu Lande, zu Wasser und in der Luft und müssen in ihrer Vielfalt höchst bedacht koordiniert werden. Unumgänglich für die Zukunft ist eine Infrastruktur, die insbesondere ein leistungsfähiges sowie verkehrssicheres und umweltschonendes Straßen- und Verkehrsnetz aufweist. Dies ist die Aufgabe der Verkehrsingenieure. Sie gestalten im Verkehrswesen Straßen, Autobahnen, Schienennetze und vieles mehr, damit alle Verkehrsteilnehmer gut und schnell mit einem Höchstmaß an Sicherheit von A nach B gelangen und sich hierbei im hohen Verkehrsaufkommen nicht gegenseitig behindern.

Die Aufgabengebiete der Ingenieure des Verkehrswesens gliedern sich in eine weitreichende Spanne verschiedener Bereiche. So müssen Transportmittel, Infrastruktur und Wegsicherung in Einklang gebracht und dem Gesamtprozess untergeordnet, aber auch umweltpolitische Aspekte und Wirtschaftlichkeit einbezogen werden. Arbeitsplätze der Verkehrsingenieure finden sich in eigenen unabhängigen Ingenieurbüros sowie in der öffentlichen Hand. Dabei sind die Länder und Kommunen auch die Hauptauftraggeber.

Für sie werden jene Ingenieure tätig und agieren rund um den Verkehr von kleinen Dörfern bis zu den Hauptstädten.

Konkret sehen die Aufgaben folgende Tätigkeiten vor:

  • Aufnahme des Bestandes / Verkehrsdatenerfassung
  • Planen, Bauen und Betreuen von Verkehrsanlagen
  • Erhalt und Erneuerung bestehender Verkehrswege
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit
  • Beratung in umweltbeeinflussenden und wirtschaftlichen Aspekten
  • Transportlogistik für den Verkehr zwischen verschiedenen Orten
  • Koordinierung des Gesamtverkehrsflusses
  • Intelligente Verkehrslenkung durch Telematik.

Für einen sicheren, reibungslosen und sinnvollen Ablauf sowie eine hohe Lebensqualität ist die Arbeit der Ingenieure des Verkehrswesens unerlässlich. Sie koordinieren den gesamten Verkehrslauf, damit die Mobilität sowie die Versorgung mit allen wichtigen Gütern stets gewährleistet ist und alle Verkehrsteilnehmer – auch Behinderte, Kinder und ältere Menschen – sicher an ihr Ziel gelangen.

In Zukunft wird sich das Aufgabengebiet der Verkehrsingenieure infolge der erneuerbaren Energien und Entwicklung von alternativen Antriebstechnologien der Automobilindustrie  in diesen Bereichen noch zusätzlich erweitern.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. (FH) Wolfgang Scheuch

Das Berufsfeld der Vermessungsingenieure gliedert sich in folgende Bereiche:

  1. Ingenieurvermessungen 
    Hierzu zählt neben umfassenden Beratungsleistungen das Erstellen von Lage- und Höhenplänen als Planungsunterlage, von Bestandsplänen zur Dokumentation (z.B. für Strom- und Wasserversorgungsleitungen) und das Abstecken von Bauwerken.
  2. Grafische Datenverarbeitung/ GIS 
    Durch die Digitalisierung oder Übernahme von Katasterkarten können Fachdaten (z.B. Leitungskataster, Kanalkataster, Deponiekataster, Baumkataster etc.) in einem einheitlichen Kontext dargestellt, ausgewertet und geführt werden. Vermessungsingenieure bauen Geoinformationssysteme auf und statten sie mit allen wichtigen Details aus, wodurch eine nachfrageorientierte Veredlung von Geodaten zu nutzerdefinierten Geoinformationen ermöglicht wird.
  3. Planung 
    Dieser Bereich bezieht sich auf die Anfertigung von Planungsunterlagen für die Aufstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen auf der Grundlage des Katasternachweises, sowie die Bearbeitung von Straßen- und Erschließungsplanungen, Wasserlaufregulierungen, Rohrleitungsplanungen, Grundstücks- und Grunddienstbarkeitsverträgen. Erst durch diese Planungsgrundlagen können Kommunen und Kreise wichtige Bauprojekte genehmigen.
  4. Katastervermessungen 
    Teilungsvermessungen dienen i.d.R. der Bildung neuer Eigentumsgrenzen aufgrund von Verträgen. Im größeren und zusammenhängenden Umfang geschieht dies in Umlegungsverfahren durch die Übertragung von Bebauungsplänen in die Örtlichkeit. Währenddessen beschäftigt sich der Vermessungsingenieur bei der Grenzfeststellung mit der Ermittlungen der rechtmäßigen und geometrisch richtigen Lage von Grenzpunkten aus historischen Messergebnissen und Abmarkung und der Neuvermarkung verlorener Grenzzeichen zur Eigentumssicherung. Zu den weiteren Aufgaben zählen Gebäudeeinmessungen, sowie Vermessungen langgestreckter Anlagen (z. B. Straßenschlussvermessungen).
  5. Bodenordnung 
    Die Mitarbeit bei der Durchführung und umfassende Beratungsleistungen bei Bodenordnungsverfahren nach dem Flurbereinigungsgesetz oder bei Baulandumlegungen nach dem BauG sind eine entscheidende Aufgabe der Vermessungsingenieure.
  6. Gutachten 
    Die Vermessungsingenieure erstellen Verkehrswertgutachten für bebaute und unbebaute Grundstücke, arbeiten in den Fachausschüssen der Kreise, Städte und Gemeinden nach dem BauGB mit. Sie sind auch auf dem Gebiet der gutachterlichen Tätigkeit in Grenz- und Bauprozessen und bezüglich grundstücksrechtlicher Belastungen der richtige Ansprechpartner.

Die Berufsfelder 4 und 5 erfordern von den Vermessungsingenieuren die Qualifizierung und Zulassung als „Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure“. Diese Vermessungsingenieure sind neben den Katasterämtern und Geoinformationsbehörden Aufgabenträger des amtlichen Vermessungswesens in Deutschland.  

Für die Bewertung in Aufgabenfeld 6 sollten die ausführenden Stellen eine zusätzliche Qualifizierung und Zulassung als Sachverständige für Bewertung nachweisen können.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing Rolf-Dieter Schröder

Die Ingenieure aus dem Fachbereich „WARUM“ finden sich mit ihren Projekten tagtäglich vor der Aufgabe wieder, die wichtigsten Naturelemente Wasser, Luft und Boden in die menschlichen Lebensbereiche einzubeziehen und gleichzeitig den Bedürfnissen der Natur zu entsprechen, um eine ausgeglichene Symbiose von Mensch und Natur zu sichern. Sie leisten damit einen großen und zugleich notwendigen Beitrag zu Lebensqualität und Umweltverträglichkeit, denn der Schutz und Erhalt des Grundwassers, der Bäche, Flüsse und Seen sowie der Böden und der Luft sind ihre Aufgaben.  

Ihre Projekte erstrecken sich auf folgende Tätigkeitsfelder:

  • Wasserwirtschaft 
    z.B. Trinkwasserversorgung oder Schmutz- und Regenwasserbehandlung
  • Abwasserableitung und -behandlung 
    z.B. Kanal- und Kläranlagen sowie Sanierung und Energie
  • Wasserbau
    z.B. Gewässerrenaturierung oder Hochwasserschutz
  • Raum- und Städteplanung
    z.B. Flächennutzungs- oder Bebauungspläne
  • Abfalltechnik
    z.B. Deponien oder Abfallbehandlungsanlagen
  • Anlagen nach BImSchG
    Gesetz zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge

Das Aufgabenspektrum innerhalb dieser Projekte reicht von der Projektsteuerung über die Planung und Überwachung bis zur Betriebsbegleitung, wobei der Kundenkreis jener Ingenieure sowohl Kommunen und Gebietskörperschaften, als auch Industrie und Private einschließt.

Ihre komplexen Aufgabengebiete werden interdisziplinär und kooperativ bearbeitet, denn nur gemeinsam mit Kollegen aus anderen Fachbereichen ist die Umsetzung solcher Projekte zu realisieren. Deshalb verstehen sich „WARUM“-Ingenieure als Partner bei der Umsetzung von Projekten und dienen dem Gesamtwohl des Menschen im Einklang mit Natur und Umwelt. Darum „WARUM“, die Fachgruppe Wasser-Raum-Umwelt der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz.

 

Vorsitzender: Dipl.-Ing. Roland Weisz

 

Präsentationen:

 Unterschwellenvergabeordnung und Planungsleistungen

 Energieeffiziente Kläranlagen – Unterstützungsangebot der Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH

  Das neue Landeswassergesetz Rheinland-Pfalz (LWG)

  Hochwasserangepasstes Planen und Bauen Verantwortung und Haftung der Architekten und Ingenieure

  Planen und Bauen in Überschwemmungsgebieten

  Folien Architektensommer 21.09.2015